Adelebsen bietet viel für Jugendliche – aber nicht genug!

Ein vielfältiges Angebot des Kinder- und Jugendbüros, Sportvereine, Jugendfeuerwehr, kirchliche Veranstaltungen, ein Skaterplatz, Jugendräume in fast allen Ortsteilen – Adelebsen bietet viel für Jugendliche. Viele Ehrenamtliche engagieren sich als Übungsleiter*innen, als Ortsjugendbeauftragte, usw. Sie verdienen unsere Wertschätzung und unsere Unterstützung. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen nutzt diese Angebote, regelmäßig, sporadisch oder im Rahmen des Ferienprogramms. Gut, dass wir diese Möglichkeiten haben!

Warum brauchen wir trotzdem ein Jugendzentrum?

Deutschland leistet sich, dass 10% der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss verlassen, 15% machen keine Berufsausbildung. Gleiche Chancen für alle? Fehlanzeige! Es gibt einen nachgewiesenen direkten Zusammenhang zwischen diesen Zahlen und Armut. Auch in unserem reichen Land gibt es Kinder, die hungrig zur Schule kommen und zuhause denkbar schlechte Lernbedingungen haben. Der Verweis auf die Verantwortung der Eltern greift zu kurz, denn diese haben oft eine ganz ähnliche Geschichte. Armut vererbt sich. Überforderung auch.

Auch in Adelebsen gibt es diese Kinder und Jugendlichen, die durchs Netz fallen. Die von all den tollen Angeboten nicht erreicht werden. Manche von ihnen fallen schon im Kindergarten und in der Grundschule auf, da kann dann zumindest noch versucht werden, passende Unterstützung zu organisieren. Aber spätestens mit dem Übergang zur weiterführenden Schule geraten die meisten von ihnen aus dem Blickfeld.

Die Gruppe, die am Rathaus Unruhe stiftet, hat zumindest das geschafft: Sie ist sichtbar geworden und hat Aufmerksamkeit erregt. Für uns Grüne ist klar: Vertreibung ist keine Lösung, sondern Teil des Problems! Deshalb haben wir uns ganz klar gegen die Installation der Mosquitogeräte positioniert. Wir müssen hingucken und wir müssen echte Lösungen finden. Projekte der aufsuchenden Jugendarbeit haben gezeigt, dass solche Jugendlichen erreicht werden können. Was es braucht sind geeignete Räumlichkeiten, wo Jugendliche einfach sein können, und ein ernst gemeintes Beziehungsangebot, also Menschen, die sich wirklich für die Lebenswirklichkeit dieser Jugendlichen interessieren.

Wir können uns nicht leisten, 10% unserer Jugendlichen zu verlieren!

  • Aus menschlichen Gründen, denn jede/r hat eine echte Chance verdient.
  • Aus wirtschaftlichen Gründen, denn viele landen direkt im Transfersystem und kosten die Gesellschaft langfristig viel Geld,
  • Aus politischen Gründen, denn wer zu Recht das Gefühl hat, immer nur abgehängt zu sein, verbindet diese Erfahrung mit Demokratie und wird offen sein für populistische und rechte Parolen. (Erinnern wir uns an 2016, als wir alle erschrocken waren, weil die Hells Angels in Adelebsen mit ihrem Boxangebot große Resonanz erzielten…)

Deshalb braucht Adelebsen ein zusätzliches Angebot der Jugendarbeit, das für alle offen ist, aber diejenigen im Fokus hat, die bisher durch das Netz fallen. Ein ehrenamtlich organisierter Jugendraum, wie der jetzt beschlossene Container am Sportplatz, ist gut und wichtig, kann aber die beschriebene Aufgabe nicht leisten. Wir brauchen professionelle Begleitung, am besten durch einen coolen männlichen Sozialarbeiter, und Räumlichkeiten, in denen auch das Kinder- und Jugendbüro Platz findet, damit die Hauptamtlichen dort präsent sein können.

Dafür werden wir uns auch im zukünftigen Gemeinderat stark machen. Wer die Jugend (und damit die Zukunft) ins Zentrum rücken will muss am 13.September Grün wählen!