Eine Ära endet – Andreas blickt auf fast 30 Jahre im Vorstand zurück

Andreas

Kaum jemand hat unseren Ortsverband so lange und so intensiv begleitet wie Andreas Kompart. Jetzt verabschiedet er sich aus der Vorstandsarbeit – und nimmt uns im Interview mit hinter die Kulissen von fast drei Jahrzehnten Engagement.

Frage: Wie lange warst du im Vorstand des Ortsverbandes?

Andreas: Meine Zeit im Vorstand erstreckt sich insgesamt über 29 Jahre – mit wenigen Unterbrechungen und in wechselnder Zusammensetzung.

Angefangen habe ich 1997 zusammen mit Ingrid Weide und Petra Saegebrecht-Baehr. Gefühlt die längste Zeit war ich gemeinsam mit Heiko Thieme und Michael Klinge im Vorstand.

Frage: Was war damals der Auslöser, Verantwortung im Ortsverband zu übernehmen?

Andreas: Die Tschernobyl-Katastrophe 1986 mit ihren unmittelbaren Auswirkungen auf uns als junge Familie war ein großer Einschnitt. Dies hat meinen Blick auf die zukünftigen Lebensbedingungen meiner Kinder und Enkel nachhaltig verändert.

Ich habe mich dem damals noch sehr jungen grünen Ortsverband in Adelebsen angeschlossen und von Anfang an aktiv mitgearbeitet, getreu dem Grundsatz: „Global denken, lokal handeln“. Offiziell beigetreten bin ich erst ein paar Jahre später.

Von 1991 bis 1996 war ich Mitglied im Gemeinderat, zusammen mit Annelie Thieme.

Frage: Welche Grundüberzeugung hat dich durch deine Arbeit im Vorstand getragen?

Andreas: In unserer demokratischen Gesellschaft gibt es die Möglichkeit, ja eigentlich auch die Verpflichtung, sich aktiv in politische Entscheidungsprozesse vor Ort mit einzubringen.

Im gemeinsamen, immer mal wieder auch kontroversen Austausch mit anderen, getragen von gegenseitiger Achtung, sind gute, tragfähige Lösungen oder Kompromisse erreichbar.

Andreas wird vom aktuellen Vorstand verabschiedet

Andreas bei der Verabschiedung mit dem neuem Vorstand

Frage: Gibt es ein Ereignis aus deiner Amtszeit, über das du dich rückblickend besonders freust?

Andreas: Bei den Kommunalwahlen 2016 waren wir müde und hatten uns deshalb nach 30 Jahren aktiver Mitarbeit im Gemeinderat erstmals nicht zur Wahl gestellt.

Deshalb hat es mich wahnsinnig gefreut, dass wir bei den Wahlen 2021 mit einer starken Liste mit 14 Bewerberinnen und Bewerbern wieder antreten konnten.

Aktuell hat unser grüner Ortsverband in Adelebsen über 20 eingetragene Mitglieder. Zusammen mit weiteren Interessierten, die sich mit uns politisch verbunden fühlen und teilweise auch aktiv mitarbeiten, sind wir so groß wie noch nie.

Frage: Welche Veränderung im Ortsverband war für dich während deiner Zeit am deutlichsten spürbar?

Andreas: Eigentlich habe ich nur gemerkt, dass ich in dieser langen Zeit wesentlich älter geworden bin.

Frage: Was hat dich in schwierigen Momenten motiviert, weiterzumachen?

Andreas: Dass wir Grünen ein politisches Gewicht haben, dass auch im Flecken Adelebsen nicht fehlen darf, haben die 5 Jahre im Gemeinderat von 2016 bis 2021 ohne uns gezeigt, in denen die SPD mit ihrer absoluten Mehrheit in dieser Zeit meist ohne Aussprache machen und tun konnten, was ihnen gerade einfiel.

Frage: Welche Stärke des Ortsverbandes dürfen wir auf keinen Fall verlieren?

Andreas: Offenheit gegenüber anderen Argumenten, Toleranz gegenüber anderen Auffassungen sind grundlegend für eine fruchtbare politische Diskussion. Das, denke ich, werden wir wohl beibehalten können.

Gefragt sind weiterhin auch immer wieder neue konstruktive Ideen und Ansätze, die uns nach vorne bringen.

Frage: Welche Themen sind aus deiner Sicht in Zukunft besonders wichtig für den Ortsverband?

Andreas: Die Grünen sind vor über 40 Jahren angetreten als Umwelt- und Klimaschützerbewegung, die immer auch die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen im Blick hat.

Da spielen erneuerbare Energien in Form von Windrädern und Photovoltaik-Anlagen nicht nur aktuell eine große Rolle. Sie bringen uns Grüne in Zwiespalt und zwingen uns zu intensiven Abwägungsprozessen zwischen allgemeiner Notwendigkeit und persönlicher Einschränkung bei projektierten Bauvorhaben vor Ort.

Hier einen Ausgleich, einen tragfähigen Kompromiss zu suchen und den eigenen Entscheidungsprozess transparent zu halten, wird fortwährend eine große Aufgabe unseres Ortsverbandes sein.

Frage: Was gibst du deinen Nachfolgern mit auf den Weg?

Andreas: Immer locker bleiben! Gemeinsam könnt ihr – und können wir – viel Gutes erreichen.

Vielen Dank, Andreas, für deine langjährige Arbeit. Wir freuen uns, dass du uns auch künftig mit deiner Erfahrung begleiten wirst – nun einfach ein bisschen entspannter.