Ultraschall-Geräte am Rathaus: Grüne fordern Alternativen statt Vertreibung

Am Rathaus in Adelebsen wurden vor Kurzem zwei sogenannte „Mosquito“-Geräte installiert. Diese Technik sendet hochfrequente Töne aus, die primär von Menschen unter 25 Jahren als extrem unangenehm wahrgenommen werden. Die Entscheidung zur Installation dieser Geräte erfolgte, ohne die zuständigen politischen Gremien vorab zu informieren oder einzubeziehen.

Als Ortsverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen wir den Einsatz dieser Technik aus mehreren Gründen kritisch:

  • Fehlende Einbindung: Dass eine solche Maßnahme ohne vorherige Beratung in den Gremien umgesetzt wurde, erschwert eine transparente politische Debatte.
  • Rechtliche Bedenken: Der Einsatz solcher Geräte im öffentlichen Raum ist rechtlich umstritten. Bereits 2009 äußerte das Niedersächsische Sozialministerium Bedenken hinsichtlich potenzieller Gesundheitsrisiken und der Verletzung von Persönlichkeitsrechten.
  • Symptombekämpfung: Technische Vertreibung löst keine sozialen Konflikte, sondern verlagert sie lediglich in andere Bereiche des Ortes.

Unsere Position: Dialog und Infrastruktur statt technischer Barrieren

Wir verkennen nicht, dass es im Umfeld des Rathauses Handlungsbedarf gibt, um Vandalismus und Ruhestörungen zu begegnen. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir Ursachen bekämpfen müssen, statt Symptome „wegzupiepen“.

Für Jugendliche im Kernort Adelebsen fehlen derzeit niedrigschwellig zugängliche Räumlichkeiten und ausreichende aufsuchende Beziehungsangebote. Während für den Neubau eines Bauhofs Investitionen in Höhe von 2 Millionen Euro veranschlagt werden, sehen wir bei der Ausstattung der Kinder- und Jugendarbeit dringenden Nachholbedarf.

Unsere Forderungen für eine nachhaltige Jugendarbeit:

  • Demontage der Ultraschall-Geräte: Wir fordern die Verwaltung auf, die Geräte umgehend zu entfernen.
  • Stärkung der aufsuchenden Jugendarbeit: Der Landkreis muss verstärkt Kapazitäten für die Arbeit vor Ort bereitstellen.
  • Suche nach Räumlichkeiten: Die Kommunalpolitik muss zeitnah den Startschuss für die Suche nach einem geeigneten Jugendzentrum im Kernort geben.
  • Gezielte Ressourcen: Wir fordern eine Aufstockung der personellen Ressourcen und die verstärkte Gewinnung von Honorarkräften, um Jugendliche besser zu erreichen.

Wir werden uns konsequent für Lösungen einsetzen, die auf Dialog und Wertschätzung basieren, statt auf technischer Ausgrenzung.

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