
Fast alle Städte und Gemeinden in Deutschland stehen finanziell unter extremem Druck – Adelebsen macht da keine Ausnahme. Das liegt nicht etwa daran, dass vor Ort schlecht gewirtschaftet wird. Die Ursache ist ein Systemfehler: Die Kommunen stemmen rund 50 % aller öffentlichen Bauinvestitionen, erhalten dafür aber nur ein Siebtel aller Steuereinnahmen. Durch die stark gestiegenen Preise bei Energie, Material und Personal reicht das Geld hinten und vorne nicht mehr.
Die Illusion vom ausgeglichenen Haushalt
Wer in dieser Situation verspricht, die Gemeindekassen aus eigener Kraft ins Plus zu bringen, sagt nicht die Wahrheit. Adelebsen nimmt aktuell nicht einmal genug Geld ein, um die gesetzlichen Pflichtaufgaben vollständig zu bezahlen. Ein ausgeglichener Haushalt ist auf absehbare Zeit unmöglich.
Was sich ändern muss: Wer bestellt, bezahlt!
Wir Grüne fordern auf Landes- und Bundesebene seit Langem eine faire Finanzausstattung für die Gemeinden. Das Prinzip muss lauten: Wer Aufgaben verteilt, muss sie auch bezahlen.
Ob der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung oder beitragsfreie Kitas: Das sind gute Entscheidungen. Aber Bund und Länder dürfen diese Lasten nicht bei den Gemeinden abladen, ohne das nötige Geld mitzuliefern. Die Kommunen brauchen einen festen, höheren Anteil am Steuerkuchen – zum Beispiel über die Umsatzsteuer.
Unser Weg für Adelebsen: Klug investieren statt kaputtsparen
Solange die große Politik nicht handelt, müssen wir das Beste aus unserem Budget vor Ort machen:
- Keine Kürzungen bei der Zukunft: Wer bei Kinder- und Jugendarbeit, Klimaschutz und Klimaanpassung spart, zahlt später ein Vielfaches drauf.
- Sparen durch Erneuern: Energetische Sanierungen und moderne Heizungen kosten zuerst Geld, sparen mittelfristig aber jeden Monat bares Geld.
- Verwaltung schlanker machen: Bürokratie abbauen und Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden ausbauen.
- Einnahmen ohne Bürgerbelastung: Gemeindeeinnahmen steigern durch Beteiligung an Gewinnen aus erneuerbaren Energien. Unser Antrag zur Beteiligung an der neuen Bürgerenergiegenossenschaft zielte genau darauf ab – mehr als eine bloße Akzeptanzabgabe, nämlich eine echte Gewinnbeteiligung. Bisher fehlte dafür leider die Mehrheit im Rat.
Gewerbe ja – aber mit Verstand statt Flächenfraß
Wir wollen, dass sich Gewerbe in Adelebsen ansiedelt – aber nachhaltig und ohne Geld zu verschwenden:
- Leerstand füllen: Zuerst bereits versiegelte Brachflächen nutzen.
- Innenentwicklung nutzen: Flächen wie die Ladestraße gezielt im Ort aufwerten.
- Maßvoll erweitern: Neue Flächen nur im kleinen Rahmen und bei konkretem Bedarf erschließen.
Warum wir das SPD-Großprojekt „Am Stöcken“ ablehnen:
Die SPD will ein riesiges neues Gewerbegebiet hochziehen. Allein für Kauf und Erschließung wären 5 bis 10 Millionen Euro an Investitionen nötig und mehrere Hektar Ackerland würden neu versiegelt – ohne jede Garantie, ob sich überhaupt ausreichend Firmen finden.
Jetzt Weichen stellen für Adelebsen
Wir stehen für eine ehrliche Finanzpolitik, den Schutz unserer Natur und kluge Investitionen in die Zukunft unseres Ortes.
Wer uns auf diesem Weg unterstützen möchte: Am 13. September BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wählen!